Kfz Daten
Die Schweiz verbindet man nicht unbedingt mit Automobilen. Gerade einem Schweizer gelang es aber, die Automobil-Welt nachhaltig zu verändern. Seinen Namen tragen heute mehr als 100 Millionen Autos auf der ganzen Welt. Natürlich handelt es sich um Louis Chevrolet.
Geboren am Weihnachtstag des Jahres 1878 im Jura-Städtchen La-Chaux-de-Fonds, zeigt Louis schon sehr jung Interesse für Mechanik und macht allerlei Reparaturen in einer kleinen Fahrradwerkstatt eines Familienfreundes.
Mit 22 wandert er in den Vereinigten Staaten aus. Der Anfang ist schwierig und der finanzielle Not führt ihn in die ärmsten Teile New Yorks. Seine ersten Jobs sind in den Autofabriken De Dion-Bouton und Fiat, wo er erste Erfahrung in der Fahrzeugmechanik sammelt.
Nur vier Jahre danach gewinnt Chevrolet sein erstes Rennen: Auf einem Fiat feiert er seinen ersten Sieg bei der "Three Miles" und stellt gleichzeitig einen neuen Geschwindigkeitsrekord über eine Meile auf. In kürzester Zeit füllt der Rennsport-Begeisterte seine Biographie mit einer ganzen Reihe von Spitzenleistungen – dem neuen Weltrekord über die Distanz von 68 Meilen und noch einem Geschwindigkeitsrekord gleich im selben Jahr. Der Name von Chevrolet wird schnell bekannt und schon bald nach seinen ersten Rennen gilt er als "einer der besten Piloten der Welt." Nach dem Tod seines geliebten Bruders im Jahr 1920, der infolge eines Unfalls hinter dem Lenkrad seines Rennwagens stirbt, beendet Louis Chevrolet definitiv seine glanzvolle Karriere als Rennfahrer.
Am 3. November 1911 gründet Louis Chevrolet gemeinsam mit William C. Durant, dem Mann, der General Motors ins Leben gerufen hat, die Chevrolet Motor Car Company. Bereits 1912 rollen die ersten Classic Six aus den Fabrikhallen in Detroit und werden sofort zu Verkaufsschlagern.
Die Leidenschaft von Louis für Rennsport führen ihn dazu, das Unternehmen "Frontenac Motor Corporation" im Jahr 1914 zu gründen. Die ersten Automobile, die vom Band des Unternehmens rollen, sind für die damaligen Begriffe richtige Hightech-Autos. In wirtschaftlich angespanntem Umfeld produziert Louis Chevrolet den ersten Serien-Frontenac, der in den 20ern zum Vorzeigestück der amerikanischen Automobilindustrie wird.
Sein letztes Meisterwerk patentiert Louis am 19. Februar 1935. Es handelt sich um einen 10-Zylinder-Sternmotor, der die Autowelt in den damaligen Zeiten revolutionieren wird. Der Tod des ersten Sohnes und ein Schlaganfall, lassen Louis Chevrolet aber nicht genug Kraft, nicht nur um den Motor erfolgreich zu vermarkten, sondern auch sein Unternehmen erneut aufzubauen. Louis stirbt am 6. Juni 1941 im Alter von 63 Jahren in seinem Haus in Lakewood, östlich von Detroit.
Der Gründer konnte die Sternstunde seiner Marke nicht erleben. 1953 führt Chevrolet das erfolgreichste Modell in der Unternehmensgeschichte – die Corvette. Diese wird bis heute in verschiedenen Variationen hergestellt und äußerst erfolgreich verkauft.
Schon seit 1918 gehört die Marke Chevrolet zum General Motors-Konzern. Ab dem Jahr 2005 werden in Europa Fahrzeuge als Chevrolet verkauft, die früher unter dem Namen Daewoo auf dem Markt waren. Sie werden zu 100 Prozent vom koreanischen Hersteller gebaut und entwickelt.