Kfz Daten
Der Pilot Francesco Baracca war einer der Helden der italienischen Armee im Ersten Weltkrieg. Ihm war es gelungen, bei 63 Luftschlachten 34 feindliche Maschinen abzuschießen. Für seinen Mut bekam er eine Goldmedaille und wird bis heute als eine Legende gefeiert. Am Rumpf seines Jagdflugzeugs hatte er ein Zeichen als Talisman befestigt: Ein sich aufbäumendes, auf den Hinterbeinen stehendes, schwarzes Pferd. Nachdem Baracca an den Hängen des Montello-Gebirges tödlich verunglückte, vertrauten seine Eltern das Zeichen dem Rennwagenfahrer Enzo Ferrari an. Mit ihm konnte die Legende wiederbelebt werden. Ferrari stellte es vor einen gelben Hintergrund, der Wappenfarbe Modenas. Im Laufe der Jahre kamen die italienische Nationalflagge und der bekannte Schriftzug dazu und somit entstand das Logo eines der berühmtesten Fahrzeug-Hersteller der Welt – Ferrari.
Die Ursprünge der Marke gehen zurück auf das Rennteam Scuderia Ferrari, das von 1929 bis 1938 unter der Leitung von Enzo Ferrari sehr erfolgreich Autorennen fährt. Für eine lange Zeit ist die von Enzo geführte Mannschaft als Werksteam von Alfa Romeo engagiert.
Als 1940 Ferrari eine Auflage bekommt, fünf Jahre lang keine Autos unter seinem Namen zu bauen, trennen sich jedoch die Wege des ehrgeizigen Mechanikers und des zu dieser Zeit größten Automobilherstellers Italiens.
Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg wird auch das erste eigene Fahrzeug des Herstellers präsentiert. Der 125 S wird von einem 12-Zylinder-Motor mit 1500 ccm angetrieben. Die Rennerfolge, die mit diesem Modell erzielt werden, sorgen für schiere Begeisterung. Gleich im ersten Jahr nach seiner Zulassung gewinnt der 125 S sieben Rennen, unter anderem den Großen Preis von Rom am 25. Mai 1947.
Damit beginnt der fulminante Siegeszug der Ferrari-Automobile, die auch bis heute die bedeutendsten Rennen der Welt dominieren. 1949 gewinnt das Team Biondetti/Benedetti die Mille Miglia. Das andere Team Chinetti/Selsdon gewinnt auch die 24 Stunden von Le Mans.
1952 beendet Ascari die Fahrer-Weltmeisterschaft als erster und 1956 feiert Ferrari auch den ersten Formel-1-Sieg. Der Gewinner heißt Fangio und sein Auto – Ferrari Typ 500.
1961 wird Phil Hill Formel-1-Sieger auf dem Typ 156, wobei Ferrari nicht nur die Fahrer-Weltmeisterschaft gewinnt, sondern auch die Sport-Weltmeisterschaft.
Seit dem Eintritt von Fiat als Teilhaber und technischer Partner im Jahr 1969 gelingt es Ferrari, sich in vielen Bereichen zu entwickeln und zu expandieren. Am 8. April 1972 wird die eigene Teststrecke von Fiorano fertig gestellt. Diese ist 3 km lang, 8,40 m breit und hat Kurven, die den interessantesten Rennstrecken der Welt originalgetreu nachgebaut wurden.
Die Erfolge der 70er Jahre werden vor allem mit dem Namen von Niki Lauda verbunden, der 1975 mit dem Typ 312 T und 1977 auf einem Typ 312 T4 Formel-1-Weltmeister wird. Auch die Verkaufserfolge lassen nicht lange auf sich warten und 1979 erreichen die Produktionszahlen im neuen Werk in Marinello den Rekordwert von 2000 gebauten Autos. Bis 1985 werden diese sogar auf 3000 zugelassenen Einheiten hochklettern. Im selben Jahr wird auch das legendäre Modell "Testarossa“ vorgestellt. Es handelt sich um ein 2-sitziges, 12-Zylinder-Coupé.
1990 ist das erfolgreichste Jahr in der Geschichte des Unternehmens. Mit 6 Grand-Prix-Siegen erlebt Ferrari die größte Formel-1-Ausbeute und erringt mit Alain Prost beim Großen Preis von Frankreich den 100sten Sieg in seiner Grand-Prix-Laufbahn.
1994 wird nach ausgiebigen Tests der neue Ferrari F 355 vorgestellt, der von der Presse mit größten Komplimenten bedacht wird. Der F 355 ist der zweite Rennwagen des Hauses Ferrari mit Sechs-Gang-Getriebe und der erste mit 5-Ventil-Technik.
Zwei Jahre später beginnt eine neue Ära für die Marke, sogar für den Motorsport überhaupt. Für die Rennsaison 1996 wird Michael Schumacher als Formel-1-Pilot engagiert. Nach einem furiosen Rennen kann er gleich bei seinem Debüt für Ferrari den ersten Sieg beim Großen Preis von Spanien feiern. Die weitere Geschichte ist allen bestens bekannt – für fast zehn Jahre gibt es nur zwei Namen, die jeder Formel-1-Fan kennen muss – Schumacher und Ferrari.
Die Saison 2000 wird für immer in der Geschichte des Unternehmens als ein glänzender Höhepunkt bleiben. Mit 108 Punkten bricht Schumacher den bestehenden Weltrekord in der Formel 1, mit 9 Saisonsiegen egalisiert er auch seine persönliche Bestleistung und mit dem Gewinn der ersten Fahrerweltmeisterschaft seit 21 Jahren für das Team Ferrari wird Schumacher zweifelsohne zu einer lebenden Legende in Italien.
2006 beendet Schumacher seine Fahrkarriere, arbeitet aber immer noch aktiv im Team hinter den Kulissen.
Mittlerweile gehört die Marke Ferrari zu den Mythen der Fahrzeug-Industrie. Ihre Geschichte als Hersteller von Automobilen hoher Leistung ist von der ständigen Hingabe für den Motorsport charakterisiert.
Einen Produktionsrekord verzeichnete Ferrari 2004 mit 4975 gebauten Autos. Darunter sind die letzten Exemplare des 660 PS starken Enzo Ferrari. Auf diesem basiert der neue FXX mit 6,3-Liter-V12 und 800 PS. Auch Maserati gehört seit 2005 zur Fiat Auto SpA. Somit wird sichergestellt, dass der etwas schlechtere Maseratti-Umsatz das gute Ferrari-Ergebnis nicht belastet.
Auf dem Genfer Automobilsalon 2006 wurde der neue Ferrari 599 GTB Fiorano als Nachfolger des Verkaufsschlagers 575M Maranello vorgestellt.
Wir möchten gleich die Kritikpunkte an diesem Modell vorwegnehmen. Der Fiorano ist unter 213.000 Euro nicht zu haben – das "Geiz-ist-geil“-Motto ist so zusagen für Ferrari ein Fremdwort. Auch der Spritverbrauch wird mit Zahlen gemessen, die man gerne als Tippfehler lesen würde. 21,3-Liter Super auf 100 km braucht der edle Italiener und bei Schumacher-schnellem Tempo kann man sogar die 30-Liter-Marke überschreiten. Den Fiorano-Fahrer wird aber der Spritverbrauch sicher nur wenig interessieren. Für ihn ist viel wissenswerter, dass sich das Tankvolumen auf 105 Liter beläuft.
Bei Ferrari ist alles irgendwie ungewöhnlich, anspruchsvoll, als ob es Technik aus einer anderen Welt wäre. Diesen Anschein geben zumindest die technischen Daten. Der Motor ist ein alter Bekannter aus dem Ferrari Enzo. Es ist derselbe Zwölf-Zylinder-Motor mit sechs Liter großem Hubraum. 620 PS und 456 kW stehen zur Verfügung. 608 Nm maximales Drehmoment gibt es ab 5.600 U/min. Die beeindruckende Leistung des Motors fühlt sich live noch besser an, als man es sich beim Lesen vorstellen kann. Das liegt vor allem daran, dass der Fiorano ein äußerst leichtes Automobil ist. Rechnerisch gesehen hat es Eine Pferdestärke gerade einmal mit 2,6 Kilogramm Lebendgewicht zu tun. Kein Wunder, dass der Renner in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und scheinbar keine Probleme damit zu haben scheint, seine Potenz auf die Straße zu zaubern.
Die Motorleistung und die gesamte technische Ausführung des Fiorano machen süchtig. Ab 3500 Umdrehungen geht es richtig los und ab 4000 ist es soweit – die Klappen in den Endrohren öffnen sich und der Ferrari wird wörtlich wie eine Rakete katapultiert.
Die Italiener wissen aber, dass auch das Auge mitisst. Das dezent-grazile Design macht den Fiorano derzeit zu einem der schönsten Coupés weltweit. Mit den sanften Schwüngen, zarten Linien und mächtigen Radsätzen können wohl nur zwei Konkurrenten ( davon einer aus dem eigenen Haus) mithalten. Auch im Innenraum geht es elegant zu – üppige Karbonelemente und mächtige Lüftungsdüsen könnten auch aus einem Tourenwagen stammen. Die Sportsitze sind die besten, die Ferrari je in ein Fahrzeug serienmäßig eingebaut hat.