Kfz Daten
Es gibt viele Automobiltypen: Automobile, die ganz praktisch sind und mit denen man tägliche Aufgaben und Einkäufe am liebsten erledigt. Es gibt auch Wagen, die sich am besten für Geschäftsmänner eignen - groß, stark und schnell. Die faszinierendsten Fahrzeuge sind aber diese, die die Leidenschaft für Geschwindigkeit, Freiheit und kraftvolle Leistung eines jeden richtigen Motorbegeisterten zum Ausdruck bringen. Eines der besten und bekanntesten Beispiele für solche Automobile sind die aus dem Hause Lamborghini.
In den letzten 50 Jahren ist Lamborghini zu einem Synonym für italienische Leidenschaft, Sportlichkeit und Eleganz geworden. Die dynamische Unternehmensgeschichte beginnt mit dem Traum eines ambitionierten und automobilbegeisterten Mannes.
Ferrucio Lamborghini wird am 28. April 1916 in einem kleinen Dorf in der Nähe von Bologna geboren. Seine Eltern sind wohlhabende Bauern. Ihre Liebe zu Land und Erde erbt aber Ferrucio nicht - von klein auf interessiert er sich für Technik und Mechanik. Dieses Interesse führt ihn an die Technische Universität in Bologna.
Gleich nach seinem Studium fängt er an, Traktoren herzustellen. Da Ferrucio keine eigene Werkstatt hat, muss er alte Militärfahrzeuge kaufen und diese anschließend in Traktoren umwandeln. Seine Entscheidung erweist sich schnell als richtig - gerade in der Nachkriegszeit werden Traktoren in Italien verzweifelt benötigt.
1959 erwirbt Lamborghini seine erste Werkstatt in Cento und kurz danach wird die Produktion um Brenner und Klimaanlagen erweitert. Doch seine Leidenschaft galt schon immer Sportwagen und bereits im Jahr 1963 eröffnet Lamborghini eine Autofabrik in Sant' Agata.
Die Legende erzählt, dass Ferrucio eigentlich von Enzo Ferrari selbst auf die Idee gebracht wurde, Automobile zu bauen. Als langjähriger Stammkunde und Kollege traut sich Ferrucio, einige Verbesserungsvorschläge für die Ferrari-Fahrzeuge zu machen. Der stolze und durchaus auch etwas eigenwillige Ferrari wollte sich aber keineswegs von einem Traktorenbauer sagen lassen, wie man Ferraris baut, und wirft den selbsternannten Ratgeber kurzerhand aus seinem Werk. Die Rache fällt drastisch aus: unmittelbar nach dem legendären Treffen gründet Lamborghini das modernste Automobilwerk jener Zeit.
Gleich im selben Jahr findet die Premiere des ersten Lamborghini-Automobils - Lamborghini 350 GTV - statt. Das Meisterwerk gerät schnell zu einer Sensation. Der Sportwagen ist mit einem äußerst leistungsfähigen Zwölfzylinder-Motor ausgestattet, der vom besten Motorenkonstrukteur entwickelt wurde, den die Autowelt zu dieser Zeit zu bieten hat. Bereits der Name Giotto Bizzarini lockt die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit.
Der richtige Erfolg kommt erst ein Jahr später, als auch die Presse auf die Lamborghini-Meisterwerke aufmerksam gemacht wird. Seit 1965 singen mehrere bekannte Motorjournalisten Lobeshymnen über die Autos aus Sant'Agata und sichern somit das Vertrauen des zahlungsfähigen Publikums.
1966 ist das Jahr des Miura. Diese Modell beschert Lamborghini den Durchbruch. Es zeichnet sich durch ein aufwendiges Fahrwerk, kraftvollen Motor und fabelhaftes Design. Der Miura wird schnell zum Liebling der Welt-Prominenz und kann sowohl vor den Casinos in Monaco, als auch bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles und beim Opernball in Wien gesichtet werden.
In den 70ern erfährt das Unternehmen seine größte Krise. Angesichts des Öl-Embargos und der generellen Rezession in der Welt, die zu dramatischen Einbrüchen in den Verkaufszahlen führen, sieht sich Ferrucio dazu gezwungen, 51% des Unternehmens an den Schweizer Geschäftsmann Georges-Henri Rosetti zu verkaufen. 1974 werden auch die restlichen Aktienteile an den Freund Rossettis René Leimer verkauft.
Die Krise verschärft sich weiter und 1977 meldet das Unternehmen Konkurs an. Mit der Hilfe des Handelsrecht-Experten und Auto-Enthusiasten Alessandro Artese aus Bologna wird die Marke schnell wieder ins Leben gerufen.
1980 entscheidet sich der Gerichtshof von Bologna, Lamborghini an die bekannten Geschäftsmänner aus der Lebensmittelindustrie Mimran zu verkaufen. Die Investitionen der automobilbegeisterten Brüder verhelfen dem Unternehmen dazu, entscheidende Fundamente für ein stetiges Wachstum zu legen.
Am 23. April 1987 wird in Sant' Agata eine Vereinbarung zur Kooperation und Aktienübernahme zwischen Lamborghini und Chrysler im Beisein der gesamten Belegschaft unterzeichnet. Als erster Schritt in der Umstrukturierung des Unternehmens wird Emile Navaro zum Firmenpräsidenten ernannt.
Das erste Modell, das unter der neuen Regentschaft produziert wird, ist der Diablo. Nur ein Jahr nach seinem Debüt erreichen 1991 die Verkaufszahlen des neuen Wagens ihren Höhepunkt und die Jahresbilanz von Lamborghini schreibt wieder schwarze Zahlen. In den Folgejahren werden auch die Sondermodelle Diablo VT und Diablo Special Edition eingeführt, die mit verschiedenen technischen Neuheiten ausgestattet sind (wie etwa Allrad-Antrieb oder die spezielle Kupplung beim VT).
Am 24. Juli 1998 übernimmt der Audi-Konzern die Marke aus Sant'Agatta. Somit ist die Finanzierung der neuen Modellreihen gesichert. Heute existieren drei Firmen mit dem Namen Lamborghini und alle drei gehören dem Konzern aus Ingolstadt. Das sind Lamborghini S.p.A., das in der Automobilproduktion spezialisiert ist, Motori Marini Lamborghini S.p.A. für Schiffsmotoren und Lamborghini Antimarca S.p.A. - Lizenzgeschäft und Merchandising.
Mit Lamborghini geht es wieder aufwärts: Im vergangenen Jahr hat der Hersteller erneut mehr als 1600 Autos verkauft - ein Rekord-Ergebnis und eine respektable Leistung wenn man bedenkt, dass zehn Jahre zuvor in zwölf Monaten nicht einmal 200 Wagen produziert wurden. Seit Audi 1999 die Regie übernahm weht ein anderer Wind im derzeit 720 Mann starken Unternehmen. Anscheinend kommt das Audi-Know-How der Qualität und der Produktion zugute. Nun gibt es wieder Geld für Neuentwicklungen und Modellpflege. Das Programm setzt sich grundsätzlich aus zwei Modellreihen zusammen: den Mittelmotor-Sportwagen mit kantigen Linien Murciélago und den Gallardo.
Den Gallardo gibt es nun in vier Modellvariationen: den kleinen Gallardo, das Sondermodell Gallardo SE, den Gallardo Spyder und den Gallardo Roadstar.
Der Gallardo Spyder ist bereits ab März 2006 auf dem Markt und erwirtschaftet große Verkaufserfolge. Die Technik des Boliden entspricht der des Gallardo SE. Neu ist allerdings, dass der Spyder jetzt auch ohne Dach gefahren werden kann. Dieses entriegelt sich am Scheibenrahmen und faltet sich hinter den Insassen zusammen, in einem speziellen Abteil in der Motorhaube. Nach 23 Sekunden sitzt man bereits im Freien und sammelt die Blicke der anderen Teilnehmer im Straßenverkehr.
Der Innenraum wartet mit schwarzem Leder der besten Qualität auf. Das Coupé ist etwas eng geschnitten und größer gewachsene Fahrer dürfen deshalb nicht viel Komfort erwarten. Lamborghini sollte vor allem viel Kritik wegen dem Design des Interieurs abkassieren - zu wenig italienisches Flair, zu viel Audi-Massendesign, unklar strukturierte Bedienelemente, wenig Ablagemöglichkeiten und vor allem wenig Komfort. Die Kritiker mögen auch Recht haben. Lamborghini wird nicht unbedingt mit Komfort assoziiert, sondern vor allem mit Fahrspaß. Diesen bietet der Spyder auf jeden Fall. Bei einer Vollbremsung bekommt der Pilot die Motorsport-Gene besonders eindrucksvoll zu spüren. Die Bremsanlage packt kompromisslos zu und der Fahrer wird hart in den Gurt gepresst.
Auch die Motorleistung verspricht unvergessliche Momente. Die 520 PS beschleunigen die 1570 kg Leichtgewicht zu einer Höchstgeschwindigkeit von 307 km/h. In nur 4,3 Sekunden erreicht der Italiener Tempo 100. Die Power lässt sich nicht nur spüren, sondern auch hören. Das maximale Drehmoment liegt bei 8000 U/min. Dank aber einem sich selbst öffnenden Lärm-Bypass donnert der Motor bereits ab 2.500 Touren richtig los. Es ist nicht nur der Motor, der zum einmaligen Fahrerlebnis beiträgt. Mit der überzeugenden Allradtechnik von Audi lässt der Spyder alle fahrphysikalischen Grenzen hinter sich.