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Porsche
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Geschichte

Die Marke Porsche verkörpert den Inbegriff sportlichen Fahrens und Denkens. Eine erstaunliche Statistik zeigt, dass rund 70 Prozent aller jemals gebauten Porsches heute noch gefahren werden. Darüber hinaus stellt die Firma auch ein wirtschaftliches Phänomen dar. Glaubt man Experten, so kann ein kleines Unternehmen seine Überlebensfähigkeit nur dann sichern, wenn es auf den Schultern eines großen mitgetragen wird. Das kann mit nur einem Argument widerlegt werden: Porsche ist heute der kleinste unabhängige Automobilhersteller Deutschlands und zugleich der profitabelste Automobilproduzent der Welt. Darüber hinaus ist Porsche einer der größten Steuerzahler Stuttgarts. Die Exklusivität der Porsche-Produkte ist das, womit sich das Unternehmen immer wider gegenüber den großen Wettbewerbern behaupten kann.

Der Gründer, Ferdinand Porsche, war zunächst Vorstandsmitglied der Daimler-Motoren-Gesellschaft und später von Daimler-Benz in Stuttgart. 1931 eröffnet er das Konstruktionsbüro ”Dr. Ing. h. c. Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ mit Sitz in der Stuttgarter Kronenstrasse 24. Das erste Modell, das in der neuen Firma entwickelt wird, ist der Typ 32 im Auftrag der NSU-Motorenwerke. In den Jahren zwischen 1944 und 1950 sieht sich die Firma dazu gezwungen, ihren Standort in das Porsche-Werk Gmünd zu evakuieren.

Unter der Leitung des Ferdinands Sohnes wird in Gmünd das erste Auto mit dem Namen Porsche entwickelt. Der 356 Nr. 1 Roadster wird am 8. Juni 1948 technisch abgenommen. Es handelt sich um einen Sportwagen mit Leichtmetallkarosserie.

Gleich im nächsten Jahr wird auch der Cisitalia-Rennwagen auf dem Turiner-Autosalon vorgestellt. Das Modell wird von einem Zwölfzylinder-Doppelkompressor-Boxer-Mittelmotor angetrieben, der 1.493 cm³-groß und 385-PS stark ist. Die Reihe der revolutionären Innovationen, die mit diesem Modell eingeführt werden, vervollständigt der vorne zuschaltbare Allradantrieb.

Ein neues Kapitel in der Porsche-Geschichte beginnt 1950 als das Unternehmen nach Stuttgart zurückkehrt. In gemieteten Räumen der Karosseriewerkstatt Reutter richtet man zunächst nur Fertigungsanlagen ein; die Produktpalette erweitert sich aber innerhalb kürzester Zeit.

Die Marke wird schnell zu einer Sensation auf dem europäischen Markt und bereits 1956 verlässt der zehntausendste Porsche das Werk in Stuttgart. 1958 klettert die Anzahl der zugelassenen Automobile auf 25.000 hoch. In diesem Jahr beginnen auch die Arbeiten an einem neuen Modell mit Sechszylindermotor. Karosseriedesigner ist Ferdinand Alexander Porsche, der Sohn von Ferry Porsche.

1963 wird auf der IAA in Frankfurt der neue Porsche 911 vorgestellt, der mittlerweile als eine lebende Legende in der Automobilgeschichte gilt. Obwohl das Modell bis heute noch in verschiedenen Versionen hergestellt wird, hat man das Grundkonzept mit luftgekühltem Boxermotor im Heck bis 1997 beibehalten.

Erste internationale Rennerfolge erzielt die Marke im Jahr 1951 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Ihre Sternstunde erlebt sie 1970, als der Porsche 917 weltweit alles gewinnt, was es zu gewinnen gibt, einschließlich der Marken-Weltmeisterschaft und der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Das Erfolgsmodell wurde der Öffentlichkeit erstmals 1969 in Genf vorgestellt. Es wird von einem 4,5-Liter Zwölfzylinder-Boxermotor angetrieben.

Eine neue Ära im Automobilbau beginnt mit dem im Jahr 1974 auf dem Pariser Salon vorgestellten Modell 911 Turbo. Dieses bietet als erster Wagen auf der Welt Turbolaufladung und eine serienmäßig feuervezinkte Karosserie.

Auch der ”große Porsche“ 928 schreibt Geschichte. Das im Jahr 1977 vorgestellte Modell hat einen V8-Leichtmetallmotor, Aluminiumfahrwerk, Transaxle-Bauweise und eine spurkorrigierende Hinterachse, die sog. ”Weissach-Achse“. Das Automobil sorgt schon bei seinem Debüt für Euphorie bei Presse und Publikum und wird zum einzigen Sportwagen, der je zum ”Auto des Jahres“ gekürt worden ist.

Die 80er sind in der Geschichte des Unternehmens durch das Modell Porsche 956, den erfolgreichsten aller Rennsportwagen, geprägt. Sein Siegeszug beginnt 1982 beim 6-Stunden-Rennen von Silverstone, bei dem der 956 Pole-Position und einen zweiten Platz erreicht. Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans im selben Jahr erringen die drei vom Werk eingesetzten 956 C einen Dreifachsieg in der Reihenfolge ihrer Startnummern 1, 2, 3. Aber auch die restlichen 80er Jahre hindurch dominiert der Porsche 956 C alle Rennen der Klasse C. Gefahren wurde der Rennwagen von so bekannten Fahrern wie Stefan Bellof, Jacky Ickx, Jochen Mass, Derek Bell, Hans-Joachim Stuck, Manfred Winkelhock und Vern Schuppan. 1982 und 1983 konnte Jacky Ickx im Porsche 956 C seine beiden Fahrerweltmeistertitel erringen.

1988 erscheint das erfolgreiche Modell Porsche 911 Carrera 4. Das zu 85 % neu entwickelte Automobil ist mit elektronisch geregeltem Vierradantrieb und auftriebsfreier Karosserie ausgerüstet.

Innovation und Exklusivität prägen auch die 90er Jahre in der Unternehmensgeschichte. Als Starmodell hier gilt der 1995 vorgestellte neue 911 Turbo. Das Modell wird als erstes Serienfahrzeug weltweit mit On-Board-Diagnose II und reibverschweißten Hohlspeichenrädern angeboten. Für die angemessene Leistung sorgt ein Bi-Turbomotor, der zu dem die die niedrigsten Emissionswerten aller Serienfahrzeuge aufweist.

Noch 1972 wurde Porsche unter dem Aufsichstratsvorsitz von Ferry Porsche zur Aktiengesellschaft umgewandelt. Derzeit teilt sich das Grundkapital von 45,50 Millionen je zur Hälfte in 8.750.000 Stammaktien, die von den Familien Porsche und Piëch, der Familie der Tochter Ferdinands, gehalten werden, und in 8.750.000 börsennotierte Vorzugsaktien auf.

Nachdem es in den 70er Jahren aufgrund personeller Überdeckung unter den Familienmitgliedern mit den jeweiligen Führungsfunktionen mehrfach zu Streitfällen kam, entschieden Ferry Porsche und Louise Piech, dass nach Ferry keine Familienmitglieder mehr in der Geschäftsführung des Unternehmens tätig sein durften.

Seit Herbst 2005 ist Porsche der größte Aktionär bei VW mit einem Anteil von 20%. Die Übernahme kostete dem Automobilhersteller 3 Mrd. Euro, die aus dem Betriebsvermögen stammen.

Porsche aktuell

Wachstum pur heißt die Devise bei Porsche: Umsatz, Ergebnis, Produktion, Mitarbeiter – überall legt das feine Unternehmen zu. Demnächst ist auch bei den Modellreihen eine Erweiterung geplant - die Entscheidung für ein viertes Standbein, ausgerüstet mit dem hauseigenen V8-Motor, ist inzwischen getroffen.

Zunächst aber begrüßt die Fan-Gemeinde den neuen Cayman, ein schickes Mittelmotor-Coupé, das Ende November 2006 auf den Markt kam. Der Cayenne ist ein Zweisitzer mit einem langen Rücken und verführerisch geschwungenen hinteren Kotflügeln. Als technische Basis für das neue Modell dient der Boxster. In Länge und Höhe misst das Coupé nur wenige Millimeter mehr. Anders geformte Luftöffnungen in den Flanken und eine aggressivere Front unterstreichen die formale Eigenständigkeit des Cayman. Sein Innenraum gleicht aber dem des Boxster, mit einem wesentlichen Unterschied - unter der Heckklappe hat er einen doppelt so großen Innenraum (260 Liter). Der Sechszylinder Boxer-Motor hinter den Sitzen hat 3,4-Liter
Hubraum, das VarioCam Plus-System auf der Einlassseite (Steuerzahlen und Ventilhub variabel) leistet 295 PS und beschleunigt den etwas über 1,3-Tonnen wiegenden Cayman in 5,4 Sekunden auf Tempo 100. Porsche nennt eine Höchstgeschwindigkeit von 275 km/h.

Der sportliche Geländewagen Porsche Cayenne ist mit rund 50 Prozent Produktionsanteil derzeit der Porsche-Bestseller. Das ist zugleich auch das erste Automobil der Marke mit einem V6-Motor. Das Aggregat der jüngsten Version – Sport-SUV Porsche Cayenne – stammt aus dem Hause Volkswagen, das den drehfreudigen 3,2-Liter-V6-Motor bereits erfolgreich im VW Touareg und VW Phaeton einsetzt. Eine wichtige Neuerung gibt es aber in der von Porsche eingebauten Maschine – ein geänderter Ansaugtrakt. Dieser entlockt dem Cayenne ein spürbares Plus an Leistung und deutlich mehr Motorsound. Der 3,2-Liter-große Motor leistet 184 kW und 250 PS bei einem max. Drehmoment von 310 Nm. Das alles bedeutet eine Höchstgeschwindigkeit von 214 km/h. Tempo 100 erreicht der Cayenne in satten 9,1 Sekunden. Dafür hält sich aber der Durchschnittsverbrauch mit versprochenen 13,2 Litern im Vergleich zu den sonstigen V8-Modellen deutlich zurück. Der Innenraum lässt keine Wünsche offen – schließlich sitzt man in einem Porsche. Das Platzangebot ist mehr als ausreichend, damit man vorn und hinten gleichermaßen geräumig zugehen kann. Armaturenbrett, Bedienung und die elektrische Ledersitze sind vorbildlich verarbeitet. Der Kofferraumvolumen liegt zwischen 540 und 1.770 Litern. Der Cayenne lässt sich vor allem wegen der cleveren Kraftverteilung zugunsten der Hinterachse besonders agil fahren.

Tabellarische Übersicht

1931
Gründung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche GmbH
1937
Änderung der Rechtsform in eine Kommanditgesellschaft
1944
Vorübergehender Umzug in das Porsche-Werk Gmünd, in Österreich
1948
Präsentation des ersten Sportwagens mit dem Namen Porsche (56 Nr. 1 Roadster)
1950
Rückkehr in das Werk Stuttgart
1956
Der zehntausendste Porsche verlässt das Stuttgarter Werk
1963
Der Porsche 911 wird auf der IAA Frankfurt vorgestellt
1969
Präsentation des Porsche 917 der in der Folgezeit sämtliche Rennsportpreise abräumt
1972
Umwandlung der Firma in eine Aktiengesellschaft
1977
Fertigstellung des "großen" Porsche 928
1982
Dreifachsieg für Porsche bei den 24 Stunden von Le Mans mit dem 956er C
1988
Präsentation des Erfolgsmodells 911 Carrera 4
1995
Vorstellung des 911 Turbo