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Spätestens mit den Gerüchten rund um die mögliche Kooperation oder gar Übernahme von Volkswagen wurde der Name des Automobilherstellers "Proton" in Deutschland populär. Der aktuelle Stand der Verhandlungen wird immer noch geheim gehalten und die Frage danach, ob Volkswagen seinen ersten Produktionsort in Südost-Asien erwerben wird, bleibt im Rahmen der journalistischen Vermutungen.
Der Name "Proton" ist die Abkürzung von "Perusahaan Otomobil Nasional," was soviel wie "Nationales Automobil-Projekt" bedeutet. Gegründet wird das Unternehmen 1983 auf Initiative des malaysischen Premierministers Mahathir bin Mohamad, der die industrielle Landschaft des Landes verbessern wollte. Bis Mitte der 80er sind in Malaysia nur ausländische Automobilkonzerne tätig, die importierte Komponente montieren. Da es in Malaysia zu der Zeit keine fertigen Produktionskapazitäten gibt, startet das Projekt "Proton" als Joint Venture zwischen Mitsubishi und der Staatsholding HICOM (Heavy Industry Corporation of Malaysia).
1990 wird das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, in der Mitsubishi heute nur noch 16% der Aktien und die malaysische Regierung mehr als 60% halten.
1993 rollt das erste selbst entwickelte Modell vom Band des Herstellers. Das ist ein Proton Wira mit Stufenheck, der auf der Basis des Mitsubishi Lancer gebaut wurde. Im nächsten Jahr erlebt der Wira auch eine Modifizierung und wird nun als Fließheckmodell eingeführt, das auch Aeroback genannt wird. Im selben Jahr beginnt auch der Export nach England. Alle Export-Modelle werden mit einer Multi-Point Einspritzanlage ausgerüstet, um die Euro-Abgasnormen zu erfüllen.
1995 präsentiert Proton das Modell Satira, das auf der Basis von Mitsubishi Colt konstruiert wird. Die einzigen Änderungen, die der malaysische Hersteller vornimmt, betreffen die Motorhaube, den Kühlergrill sowie die Innenraumgestaltung, die vom Wira übernommen wurde.
Die ersten zwei Proton-Modelle erfreuen sich vor allem auf dem Inland-Markt einer großen Kundenresonanz. Das liegt aber weniger an den Qualitäten der Automobile, sondern viel mehr an der strengen Regierungspolitik vom Anfang der 90er. Um den Aufbau einer nationalen Automobilindustrie zu erleichtern, werden sehr hohe Zölle auf den Import von fertigen Automobilen erhoben. Die nationale Industrie wird dagegen mit Steuervergünstigungen, subventionierte Konsumenkredite, Entschuldungen und andere Maßnahmen unterstützt.
Zumindest auf den ersten Blick ergibt sich diese Politik als erfolgreich. In den ersten 12 Jahren steigen die Produktionszahlen kontinuierlich, sodass 1997 einen Jahresausstoß von 230.000 Automobilen erreicht wird. Bis zum selben Jahr kann das Unternehmen auch die Zahl der exportierten Automobile steigern.
Doch der Erfolg dauert nicht lange. Die hohen Verkaufszahlen auf dem Inlandsmarkt können nur durch massive Diskriminierung konkurrierender Importmodelle erzielt werden. Somit sind die Verbraucher gezwungen, ein überteuertes Produkt zu kaufen, und subventionieren damit das industriepolitische Experiment des "nationalen Autos".
Auf den Exportmarken kann der Hersteller lediglich nicht so große Begeisterung wecken. Die Zukunft des Unternehmens erschwert sich auch durch die Vereinbarung im Rahmen der World Trade Organisation, die die malaysische Regierung vor einigen Jahren unterzeichnete. Diese besagt, dass bis 2003 das Land ihre Importzölle weitgehend abbauen muss.
2005 kommt der Kleinwagen Savvy - die dritte Eigenentwicklung des malaysischen Herstellers. Der 3,70 Meter lange Viertürer wird von einem 1,2-Liter Benziner mit 74 PS angetrieben. Der Savvy wir mit Hilfe von Team Lotus Engineering entwickelt, das seit 2006 dem Proton-Konzern gehört.
Im Geschäftsjahr 2006 hatte Proton vor Steuern knapp 135 Mio. Euro Verluste gemacht. Die Regierung sucht seit Monaten nach einem ausländischen Partner, um die nationale Automobilindustrie zu retten.