Audio-Tuning

Bestandteile der Car-Hifi-Anlage

Eine ordentliche Car-Hifi-Anlage gehört heute genauso zum getunten Auto wie Breitreifen und ein tiefergelegtes Fahrwerk. Aber nicht nur Tuningfans tauschen das serienmäßige Autoradio liebend gerne gegen ein anspruchsvolles Soundsystem aus. Jeder, der im heimischen Wohnzimmer auf ein hochwertiges Klangambiente wert legt, möchte dieses Musikerlebnis auch auf langen Autofahrten nicht missen. Eine moderne Hifi-Anlage hat daher heute nur noch wenig mit den früher üblichen mit Lautsprechern vollgestopften Heckablagen gemeinsam. Bei einem einfachen System, das den Fahrer von hinten beschallt, kann man nicht wirklich von "Hörgenuss" sprechen. Heute besteht ein anspruchsvolles Car-Hifi-System aus mehr Komponenten als nur Radio und Lautsprecher. Hier zeigen wir Ihnen, was alles für das gehobene Hörerlebnis unterwegs benötigt wird.

Head Unit

Die Musik kommt heute nicht mehr aus dem Autoradio. Die Bezeichnung "Radio" ist für echte Car-Hifi-Anlagenbesitzer schon eher ein Unwort. Treffender ist hier die Bezeichnung Head Unit, da es sich einerseits um die zentrale Steuerungseinheit handelt. Außerdem muss die Musik nicht zwangsläufig aus dem Radio kommen muss. Sie kann auch von einer Audio- oder MP3-CD oder DVD kommen. Mit einem guten CD- oder besser DVD-Wechsler, der auch komprimierte Formate abspielt, lässt sich eine größere mobile Musikbibliothek fürs Auto erstellen. Mittlerweile gibt es auch Head Units die über eine integrierte Festplatte und Anschlussmöglichkeiten für externe Musikplayer (MP3-Player, I-Pod, Car-PC) verfügen.

Die Head Unit ist der Ausgangspunkt jeder Car-Hifi-Anlage. Wer hier zu sehr aufs Geld achtet, spart am falschen Ende. Billigangebote vom Discounter bieten kaum mehr (und manchmal auch weniger) als das serienmäßige Werksradio. Wichtig sind hier eine gute Leistung und eine Vielzahl von Anschlussmöglichkeiten. Im Idealfall hat die Head Unit ca. 4x40 Watt, vier Vorverstärkerausgänge und verfügt über eine einfach zu handhabende Bedienoberfläche. Wer etwas mehr Geld investieren möchte, achtet zusätzlich auf weitere Eigenschaften wie einen x-bandigen parametrischen Equalizer, Laufzeitkorrektur und dass das Gerät über weitere Cinchausgänge verfügt. Für Einsteiger sind diese Dinge nicht zwingend notwendig, Audio-Puristen schwören hingegen darauf. Wie man sieht, kommt es beim Kauf immer darauf an, welche Ansprüche man an seine Car-Hifi-Anlage stellt.

Verstärker/Endstufe

Wenn die Musik in der Head Unit entsteht, sind die elektrischen Signale noch viel zu schwach, um von den Lautsprechern in hörbare Schallwellen gewandelt zu werden. Daher sind in die meisten moderenen Head Units bereits kleine Verstärker integriert. Diese reichen von ihrer Leistung her aus, um zwei Lautssprecher mit moderater Lautstärke zu betreiben. Für eine richtige Soundanlage sind sie allerdings zu schwach.

Hierfür benötigt man einen externen Verstärker. Diese gibt es in verschiedenen technischen Varianten: Monoblock-Verstärker, Zweikanal-, Vierkanal-, Fünfkanal- oder sogar Sechskanal-Verstärker. Je nach Anzahl der Kanäle kann die Endstufe entsprechend viele, unabhängige Audiosignale separat verarbeiten. Einsteiger sollten zu einem hochwertigen Verstärker mit mindestens vier Kanälen greifen. Auf diese Weise können die Frontlautsprecher und der Subwoofer über jeweils zwei Kanäle betrieben und eventuelle Hecklautsprecher mit der Front Unit verbunden werden. Eine gute 4-Kanal-Endstufe sollte mindestens 4x50 Watt RMS an 4 Ohm leisten. Die Grenzen nach oben stehen hier preislich wie akustisch offen, aber im Soundbereich lautet nun mal die Devise: Je mehr, desto besser.

Im Idealfall stellt eine gute Endstufe immer rund 20 Prozent mehr an Leistung zur Verfügung, als die angeschlossenen Lautsprecher vertragen. Denn dann muss der Eingangsregler (Gain) nicht immer bis zur Anschlagsgrenze aufgedreht werden und man verhindert, dass die Lautsprecher aufgrund der verzerrten Signalübertragung im oberen Grenzbereich vorzeitig ihren Geist aufgeben.

Frontsystem

Wie der Name bereits verrät, handelt es sich hierbei um ein System von mehreren Lautsprechern, die den Frontbereich des Fahrzeugs beschallen. Dem Frontsystem sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, da man als Fahrer schließlich nun mal vorne sitzt und dort in den vollen Hörgenusskommen möchte. Bei einem Konzert stellt man sich ja auch nicht mit dem Rücken zur Bühne. Für einen ungetrübten Musikgenuss sollte man beim Kauf ein Mehrkomponentensystem wählen. Dies besteht in der Regel aus einem Hochtöner (montiert in der A-Säule), einem Mitteltöner (in der Regel im Armaturenbrett eingebaut) und einem Kickbass, der in den Türen verbaut wird. Vor dem Kauf ist es empfehlenswert, einige Systeme probezuhören. Allerdings sollte man wenigstens einmal ein anspruchsvolles Geräte gehört haben, damit man sich von minderwertigen Geräten nicht so leicht blenden lässt.

Rearfill

Audiopuristen verzichten auf Lautsprecher im Heckbereich, da diese unter Umständen mit dem Frontsystem und dem Subwoofer interferieren können und auf diese Weise den "Bühnen-Effekt" zerstören. Die Entscheidung, ob der Einbau eines Rearfill notwendig ist oder nicht, ist jedem selbst überlassen. Wer allerdings öfters Gäste auf der Rückbank hat und auch diese mit einem eindrucksvollen Klangteppich beeindrucken und beschallen will, sollte auf das Rearfill nicht verzichten. Die Lautsprecher im Fahrzeugheck müssen aber nicht die selbe Leistung wie das Frontsystem bringen und können daher ruhig eine Nummer kleiner sein. Gesamt betrachtet dienen sie lediglich der akustischen Raumvergrößerung. Probehören sollte man vor dem Kauf aber allemal.

Subwoofer

Der Subwoofer übernimmt die Frequenzanteile, die von den anderen Lautsprechern nur in mäßiger Lautstärke oder überhaupt nicht wiedergegeben werden können. Dabei handelt es sich um die so genannten Tiefbässe, ohne die der Musikgenuss lediglich nur den halben Spaß bedeutet. Das menschliche Ohr ist auf Frequenzen zwischen 700 und 6000 Hz ausgerichtet, Frequenzen im darunter liegenden Bereich müssen daher lauter wiedergegeben werden. Und genau dies erledigt der Subwoofer, sodass in Abstimmung mit den höheren und mittleren Frequenzanteilen aus den übrigen Lautsprechern ein homogenes Klangbild entsteht.

Tiefere Frequenzen bedürfen allerdings auch größerer Membranfläche. Ein qualitativ hochwertiger Subwoofer sollte daher einen Durchmesser von mindestens 25 cm haben. Bei der Auswahl des richtigen Tiefbasslautsprechers spielt auch der Musikgeschmack eine Rolle.

Für Rock- und Popmusik sind 25er Subwoofer sehr gut geeignet, Fans satten, basslastigen Hip-Hop-Sounds greifen besser zum 30er.

Geschlossene Gehäuse eignen sich besonders gut für Rock, Pop und Klassik. Die Wiedergabe der höheren und mittleren Tiefbassbereiche sind äußerst präzise. In den untersten Frequenzbereichen tut sich diese Gehäusebauart aber schwer, deshalb ist sie für HipHop und Drum&Bass eher ungeeignet. Ein großer Vorteil der geschlossenen Gehäuse ist, dass sie sehr kompakt gebaut sind und nur wenig Platz beanspruchen.

Das Bassreflexgehäuse stellt die Kompromisslösung zwischen Tiefgang und Präzision dar. Es ist vor allem für diejenigen geeignet, die im Auto die unterschiedlichsten Musikrichtungen auflegen wollen. Sowohl im oberen, als auch im unteren Tiefbasspektrum sorgt diese Gehäusebauart, für eine ordentliche Bassuntermalung. Dies geht allerdings etwas auf Kosten der Präzision. Einen guten Allrounder stellen hier gut abgestimmte Bassreflexgehäuse dar. Diese sind allerdings mit 50 - 70 Litern Innenvolumen um einiges größer als ihre geschlossenen Verwandten.

Für Tiefbass- und Körperschallfreunde empfehlen sich Bandpassgehäuse. Diese sind optimal auf langgezogene und tiefe Bassläufe abgestimmt, wie sie z.B. im HipHop vorkommen. Dafür ist diese Gehäuseform für andere Musikrichtungen, die nach Präzision verlangen, nur unzureichend geeignet. Eine gute Qualität in punkto Präzision erreichen nur wenige Geräte. Zudem sind die Bandpassgehäuse auch richtig groß. Ab ca. 100 Liter Fassungsvermögen bleibt für diese Kisten eigentlich kein anderer Ort als der Kofferraum übrig.

Kabel

Im Auto wimmelt es nur so von Störfeldern. Damit sich diese nicht durch Brummen oder hohes Pfeifen negativ auf den Musikgenuss auswirken, ist es wichtig darauf zu achten, die richtigen bzw. hochwertige Kabel zu verwenden. Für die Stromversorgung sollten Kabel benutzt werden, die mindestens einen Querschnitt von 16 mm aufweisen. Aufgrund der geringen Spannung von 12V im Auto sind hohe Stromstärken erforderlich, um die Endstufe mit ausreichender Leistung zu versorgen. Zudem führen die teilweise sehr langen Kabelstrecken zu hohen Innenwiderständen.

Für die Lautsprecher reichen Kabel von 2,5 qmm vollkommen aus. 1,5 qmm werden nur für die Hochtöner verwendet, aber 2,5 qmm funktionieren hier auch. Nur der Subwoofer verlangt etwas dickeres Material. Für diesen nimmt man am besten ein 4-qmm-Lautsprecherkabel.

Falls die Head Unit nur zwei Cinch-Vorverstärkerausgänge besitzt, werden zusätzlich noch zwei Y-Chinch-Adapter benötigt, um die Endstufe zu versorgen. Etwaige Einstreuungen von Störsignalen vermeiden Sie, indem Sie doppelt abgeschirmte Cinch-Kabel verwenden. Der Verstärker sollte zudem auch sofort anspringen, wenn die Head Unit eingeschaltet wird. Dies ermöglicht das Remotekabel, das zwischen beide Geräte angeschlossen wird.