Audio-Tuning

Der Einbau

HiFi-Anlagen sind toll. Sie machen eine ganz normale Autofahrt zu einer Erlebnis, ein billiges Automobil - zu einer Luxuslimousine. Na ja, fast! Sicher gehören die HiFi-Anlagen zu den beliebtesten Auto-Tuning-Teilen überhaupt. So ganz anspruchslos sind sie aber nicht. Eine gute Anlage kann teuer zu Buche schlagen und der Einbau kann sich in die Länge ziehen und in eine Nervensache verwandeln. Um das möglichst auszuschließen, bieten wir hier einige Tipps zum Einbau.

Tipp 1: Der Einbauort

Die Wahl des richtigen Einbauortes ist mindestens genau so wichtig wie der Kauf einer guten Stereo-Anlage. Richtige Kenner halten nichts von der Heckablage als Einbauort. "Lautsprecher gehören nach vorne," sagen sie, und vergleichen den Innenraum des Wagens mit einem Konzertsaal - schließlich steht man da nicht mit dem Rücken zur Bühne. Dazu sollten Hochtöne links und rechts auf Ohrhöhe vor den Insassen gespielt werden; die Töne im mittleren und unteren Register kommen am besten möglichst nah an den Hochtöner. Als ideale Platzierungen bieten sich die Originalöffnungen in den Türen. Eine überlegenswerte Alternative ist, ein Kickbord in den Fußraum einzubauen, was allerdings mehr Kosten- und Arbeitsaufwand mit sich bringt.

Nicht zu erwähnen ist, dass die in der Hutablage montierten Lautsprecher ein hohes Risiko für die Insassen darstellen, da bei einem Unfall die Hutablage durch die schweren Lautsprecher wie ein Geschoss nach vorne eilen und somit zu starken Verletzungen gerade am Kopf führen können.

Tipp 2: Die Öffnungen

Die Öffnungen für die Lautsprecher müssen unbedingt der Größe der einzubauenden Elemente angepasst sein. Wenn diese größer sind, sollte man dafür sorgen, dass die Kluft wieder verschlossen wird. Ansonsten besteht die Gefahr eines akustischen Kurzschlusses, wobei wenig Schwingen an das Ohr des Hörers gelangen und somit fast kein Ton erzeugt werden kann.

Tipp 3: Die Kabel

Das Wichtigste ist hier natürlich das Stromkabel. Ein Kabel mit einem Durchschnitt von niedriger als 20 mm² zu verlegen, macht wenig Sinn. Ausreichend sollte dagegen ein Durchschnitt von 35 mm² sein und kann sogar bei einer späteren Aufrüstung benutzt werden. Die Länge hängt dagegen von den Maßen des Automobils ab, wobei eine Stromkabel-Länge von 5 Metern als Standard bei den gängigsten Modellen gilt.

Bei den Kabeln sollten Sie generell am besten tiefer in die Tasche greifen. Durch zu schwach dimensionierte Kabel kann sich ein Widerstand aufbauen, was die Leistung der Anlage enorm beeinträchtigen kann.

Achten Sie bei der Kabelführung, dass das Kabel nirgendwo einklemmt und keine Scheuerstellen bekommt. An schwierigen Stellen sollte man das Kabel mit einem Klebeband schützen. Damit keine Störsignale überspringen, sollte man beim Verlegen auch darauf achten, möglichst nicht in der Nähe von stromführenden Kabeln zu sein.

Nun ein paar Richtwerte für den Querschnitt des Stromkabels:

  • ab ca. 300 -400 Watt - ab 20 mm Querschnitt
  • ab 500 Watt - ab 35
  • ab 700 - 800 Watt - ab 50mm

Bei Systemen, die stärker als 1200 Watt sind, sollte der Strom von einer Zusatzbatterie geliefert werden.

Tipp 4: Das Powercap

Ok! Für größere Anlagen braucht man eine Zusatzbatterie, sonst droht dem Auto ein Stromausfall. Bei kleineren Anlagen reicht aber meist auch nur ein Powercap, um die Spannung stabil zu halten. Ab 500 Watt RMS ist es allerdings Pflicht. Dafür dürfen Sie etwas mehr Geld ausgeben, da es sehr wichtig ist, die Stromversorgung optimal zu sichern!

Tipp 5: Türdämmung

Das Dämmen der Türen ist die wichtigste Grundlage für einen guten Klang. Da durch die Lautsprecher in der Tür das Türblech angeregt wird, mitzuschwingen, ist es zwingend notwendig die Lautsprecher mit speziellem Dämmmaterial zu behandeln. Wenn die Dämmung gut ausgeführt ist, kann man selbst aus günstigen Anlagen einen phantastischen Klang rausholen. Aber auch umgekehrt: Schlecht verbaute Teile sorgen für eine schlechte Performance. Die Dämmung sorgt für die Stabilität der Komponenten in den jeweiligen Einbauorten - das Türblech schwingt nicht bei hoher Lautstärke und es klappert nicht in der Tür. Wichtig für die allgemeine Klangqualität ist es auch, dass nach einer Dämmung die Störgeräusche von außen unterdrückt werden und dass der Luftfluss in der Tür verbessert wird.

Als erster Schritt sollte man den Resonanzraum des Lautsprechers selbst ausreichend dämmen. Erst dann sollte man das Türblech ruhig stellen. Die günstigste Lösung hierfür sind die Sinus-Live ADM Matten oder auch Bitumatten genannt, wobei man pro Tür mit mindestens zehn Stück rechnen muss. Nach dem Einbau achten Sie bitte auf die Teile, die durch die Schwingungen irgendwelche Geräusche machen. Das sind meistens Nummernschilder, Armaturenteile, Fensterheber und sonstige Blech- und Plastikteile.

Tipp 6: Die Endstufe

Für die Installation der Endstufe brauchen Sie ein ausreichend dimensioniertes Kabel. Die Dimensionierung ist vor allem deswegen wichtig, damit die Spannung von der Batterie zum Verstärker geliefert wird. Eine bessere Leistung bekommt man, wenn man eine Endstufe mit stärkerer Leistung als die Lautsprecher kauft. Somit verzerrt die Endstufe nicht im Grenzbereich und auch den Lautsprechern tut es gut, wenn sie richtig ausgelastet werden.

Tipp 7: Frequenzen verteilen

Bei Systemen mit Endstufe und Subwoofer müssen die Frequenzen auf die einzelnen Stufen richtig verteilt werden, um eine optimale Leistung zu erzielen. Die sog. Trennfrequenzen werden an die in den Endstufen integrierten Frequenzweichen verteilt. Das grundlegende Prinzip bei der Verteilung der Frequenzen besagt: jeden Lautsprecher lässt man nur die Frequenzen spielen, die ihm seine Eigenschaften erlauben. Zum Beispiel können hohe Töne den Subwoofer beschädigen und kleinere Systeme können tiefere Töne nur in geringen Lautstärken oder gar nicht wiedergeben.

Die Lautsprecher können sich aufheben, wenn sie aufgrund einer unsauberen Trennung den gleichen Frequenzbereich spielen.

Tipp 8: Anschluss

Das Wichtigste beim Anschluss ist, dass man beide Kanäle mit den gleichen Polen anschließt. Achten Sie bitte deshalb auf die Zeichen Plus und Minus. Sollten die Lautsprecher zu schwach für die vom Hersteller angegebenen Stärke klingen, dann wurden sie höchst wahrscheinlich mit den falschen Polen angeschlossen.

Tipp 9: Der Einbau

Den Einbau können Sie in einige Arbeitsphasen aufteilen. Nehmen Sie sich dafür ruhig mehr Zeit, denn bei einem schnellen Einbau können mehrere Fehler auftreten.

  • Schritt 1 ist das Dämmen der Türen.
  • Schritt 2 ist die Verlegung des Stromkabels.
  • Danach kommt die gesamte Verkabelung des Systems.
  • Erst dann kann man den Headunit einbauen.
  • Im fünften Schritt werden die TMTs montiert.
  • Nun kann man auch die Hochtöner und das Frontsystem anschließen.
  • Im nächsten Schritt wird der Messpunkt festgelegt, damit der Strom, den man auf die Endstufe geben will, nicht wieder zurückfliesst.
  • Dann wird die Endstufe angeschlossen und die Sicherung wird integriert.
  • Anschluss an die Batterie
  • Im letzten Schritt wird der Subwoofer installiert und eingestellt.